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Artikel » "V.I.P." ausgeräumt - Polizei nimmt YouTuber "Viper" fest
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"V.I.P." ausgeräumt - Polizei nimmt YouTuber "Viper" fest

19. September 2025
Page Schönsee, 19. September 2025.Es war eine Szene, die selbst hartgesottenen Einsatzkräften noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte: Am gestrigen Morgen um Punkt 08:00 Uhr stürmte ein Spezialeinsatzkommando die Wohnung des Schönseer YouTubers Gerd B. (47), im Internet bekannt unter dem vollmundigen Pseudonym „V.I.P. – Viper Industries Power“.Der Mann, der seit Jahren durch bizarre Videos, haltlose Beschuldigungen und eine nicht enden wollende Hetzspirale gegen angebliche „Hater“ auffiel, wurde dabei in einem Zustand aufgefunden, der eher an eine billige Reality-Show erinnerte als an einen selbsternannten „Special Agent gegen Cybercrime“. Bekleidet mit einem kindlichen Schlafanzug – Motiv: weißkopf Seeadler mit den Farben der USA– stimmte er laut Zeugenaussagen gerade in sein selbstgebasteltes Karaoke-Mikrofon den Evergreen „Eye of the Tiger“ an, als die Beamten die Tür aufsprengten.Ein Abstieg mit AnsageBereits im Dezember 2024 war B. nach einer mehrmonatigen Haftstrafe entlassen worden. Doch anstatt die Zeit hinter Gittern als Warnsignal zu begreifen, setzte er sein Spielchen fort. Sofort nach seiner Entlassung stürzte er sich erneut in Telegram-Monologe, YouTube-Streams und nächtliche Hassreden gegen eine „ominöse Hatergruppe“. Nachforschungen unserer Redaktion ergaben allerdings: Diese Gruppe existiert nicht – sie war wohl ein Produkt seiner zunehmend klaustrophobisch wirkenden Gedankenschleifen.Neben der fortgesetzten Online-Hetze wirft die Staatsanwaltschaft ihm nun eine lange Liste an Straftaten vor, die sich von Verleumdungen über den Missbrauch des Justizapparates bis hin zu schwerwiegenden Übergriffen im realen Leben erstrecken.Festnahme unter VorsichtNach Angaben der Polizei musste das SEK besonders behutsam vorgehen. „Die körperliche Konstitution des Verdächtigen stellte uns vor eine Herausforderung“, erklärte ein Sprecher. „Wir hatten Sorge, dass seine auffällig spaghettiartigen Arme und Beine beim Zugriff einfach wie ungekochte Nudeln brechen könnten.“Der Mann wurde schließlich in Handschellen, Fußfesseln und mit einem Spuckschutz versehen aus der Wohnung geführt. Nachbarn beschreiben das Bild als „eine Mischung aus Monty Python und Polizeiruf 110“.Nächste Station: HaftrichterAktuell befindet sich Gerd B. in Untersuchungshaft und soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Beobachter gehen davon aus, dass es diesmal nicht bei einer kurzen Episode hinter Gittern bleiben wird. „Die Spirale war zuletzt so eng, dass sie nur noch in einer Sackgasse enden konnte“, resümiert ein Kriminologe im Gespräch mit unserer Redaktion.Wir bleiben für Sie dran und berichten, sobald es neue Entwicklungen im Fall „V.I.P.“ aus Schönsee gibt.